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Jahresbericht 2010

Liebe Mitglieder, liebe Freunde von Home Care International e.V.!

Das Jahr hat schon lange begonnen und schon hat sich bereits viel Neues in unserer Arbeit ereignet. Diese Neuigkeiten wollen wir euch/Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Doch zunächst einmal ist es uns ein wichtiges Anliegen, für das große Interesse an unserer Arbeit in Kenia und Afrika DANKE zu sagen. Wir haben in den letzten Monaten viel Unterstützung erfahren dürfen und sind froh und dankbar für alle ermutigenden Worte, Gebete, und natürlich für die finanzielle Unterstützung. In den letzten Monaten konnten wir für alle Kinder im Upatanisho Girls‘ Center Patenschaften gewinnen was uns sehr viel Freude und Frieden gebracht hat. Nach ein paar Vorträgen in verschiedenen Veranstaltungen, haben wir sogar die Möglichkeit erhalten uns für, unser Projekt in Nakuru einen Wasserbrunnen in naher Zukunft vorzustellen. Dies stimmt uns hoffnungsvoll, dass unser Verein auch über die Hartenrod-Endbach Grenzen hinaus in Zukunft bekannt werden wird.

Patenkinder, Mitarbeiter und Center


In Momentan haben wir 23 Kinder die bis Ende Mai unterstützt wurden. Oktober 2009 haben wir die Patenschaft von Pauline Wanjiku beendet da sie mit der Ausbildung als Hotelkauffrau fertig ist. Nach ihrer Ausbildung hatte Pauline einen Job im 4 Sternen Hotel in Nairobi (Panafric Hotel) bekommen. Seit einigen Monaten arbeitet sie als Managerassistentin in einem anderen Hotel im Tourismusgebiet Kenias. Diese Erfolgserlebnisse geben uns Mut und Hoffnung für unsere weitere Arbeit.

Mädchen


Momentan leben 15 Mädchen im Girls‘ Center. Drogen und Alkohol sind für die Kinder von den Straßen immer noch ein größeres Problem. Viele diese Kinder haben noch mehr Probleme, weil sie in den Teufelskreis der Sucht geraten. Diese Situation ist für die Mitarbeiter vor Ort nicht einfach, weil die Kinder immer weglaufen und oft sogar Tagen weg bleiben. Die Kinder haben therapeutisch unterschiedliche Bedürfnisse und in der Regel es ist immer nicht möglich, dass allen zusammen geholfen werden kann.

Für zwei getrennte Bereiche ist unser Zentrum momentan jedoch noch zu klein. Wir sind daher auf der Suche nach einer besseren Lösung zusammen mit den Upatanisho Frauen in AIC Nakuru. Viele der Kinder machen derzeit positive Fortschritte in der richtigen Richtung. Da sich unser Center und damit das Programm an christlichen Grundsätzen orientiert, werden die Abhängigen auch in der christlichen Glaubenspraxis angeleitet. Viele kommen daraufhin dem Glauben näher und entscheiden sich für ein Leben im Sinne der christlichen Lehre. Glaube und Konfession sind jedoch keine Grundvoraussetzung, um in unserem Zentrum Hilfe zu finden. Es ist jedoch immer wieder ein Wunder zu sehen, wie der Glaube an Jesus diesen Kinder Halt gibt und sie positiv verändert.

Das große Problem im Moment ist das drei von unseren Kindern in den letzten 4 Monaten weggegangen (zurückgegangen) sind. Deswegen haben wir zur Zeit nur 15 im Haus. Die Nachsorge dieser Kinder die weggegangen sind, liegt uns ebenfalls sehr am Herzen. Zwei von ihnen kommen regelmäßig zu Besuch aber eins bleibt immer noch weg. Die Heimeltern versuchen immer sie zu Hause zu besuchen oder laden sie ein vorbei zu kommen. Erfreulich ist, dass Pastor Kimani bei seinen letzten vier Besuchen feststellen konnte, dass allen von zu Hause geholfen werden konnte.

Das Jugendcamp


1.Das Jugendcamp, das Home Care International e.V. gemeinsam mit dem Missionswerk Diguna in Nairobi im August durchführt, hat 250 Jugendliche. Von denen sind 30 von Home Care International unterstützt worden. Vom 6.-12. Dezember hatte das Camp einen Rekord zu verbuchen: 300 Teilnehmer aus der Region um Nairobi und dessen Slums verbrachten eine gute Zeit im Digunagelände. Für die Kinder eine ganz besondere Sache, da Sie dort 3 Mahlzeiten am Tag bekommen und die Möglichkeit haben, sich über Probleme auszutauschen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die BetreuerInnen kamen aus Deutschland, USA, Tschechische Republik und Kenia. Vom 15.-21. August 2010 gibt es wieder ein Jugendcamp in Nairobi. Die Kinder von unserem Projekt in Kenia werden daran teilnehmen und die BetreuerInnen werden wie immer aus Deutschland und Kenia kommen. Wir erwarten zwischen 250 und 300 Jugendliche als Teilnehmer.

Verwirklichte Projekte


Der Speisesaal unseres Heims ist nun endlich zu einem guten Abschluss gekommen. Die Wände und die Decke wurden fertig gebaut und die Tür eingebaut. Die Fenster müssen noch eingebaut werden. Ebenso soll die Inneneinrichtung des Saals noch teilweise durch Stühle, Tische u. ä. vervollständigt werden. Durch eine großzügige Spende aus Deutschland-Hartenrod konnte zudem für das Zentrum eine eigene Solarzelle angeschafft worden, für Licht am Abend. Leider ist die Zelle nicht stark genug.

Wasser Projekt


Die Sammlung von sauberem Trinkwasser ist vor allem in Zeiten des Klimawandels, in denen die Menschen immer kürzeren Regenzeiten und immer größeren Dürreperioden ausgesetzt sind, überlebensnotwendig. Die Versorgung mit Wasser in Kenia ist nicht gesichert. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser und hygienisch akzeptablen Sanitäreinrichtungen. Ursachen der schlechten Wasserversorgung der Bevölkerung sind in erster Linie die marode Infrastruktur, oftmals noch ineffiziente Betreiber sowie das geringe Wasservorkommen in weiten Teilen Kenias. Konflikte um die kostbare und knappe Ressource nehmen zu. Grundwasserverschmutzung und Dürren im Wechsel mit Überschwemmungen verschärfen die Probleme. Wir sind daher unendlich dankbar, dass das Wasserprojekt nun verwirklicht werden kann, da wir das gesamt Geld auf dem Konto haben. Das Problem im Moment liegt nicht am Geldmangel, sondern an der bureaucratischen Regelung von der Afrika Inland Kirche und der kenianische Regierung.

Landwirtschaft


Unser Girls‘ Center in Nakuru steht auf fruchtbarem Land und so haben wir die Möglichkeit, Obst, Mais, und Gemüse zur Eigenversorgung anzubauen. Mais, Bohnen, Gemüse, Zwiebeln, verschiedene Früchte u. a. gewährleisten die Versorgung mit den notwendigsten Grundnahrungsmitteln. Zudem ist es ein Teil unseres arbeitstherapeutischen Programms, dass die Kinder auf dem Grundstück Feldfrüchte und Gemüse ihrer Wahl anbauen. Sie sind oftmals sehr stolz auf die sichtbaren Erfolge ihrer Arbeit, was psychologisch gesehen für diese Menschen sehr wichtig ist und ihnen deutlich macht, dass sich eigene Anstrengung lohnt, um etwas zu bewegen. Im Dezember konnten James zusammen mit den Kindern und einigen Pastoren viele Bananenbäume pflanzen. In zwei Jahre hoffen wir dass das Heim mit genug Bananen versorgt wird.

Trotz unserer Landwirtschaft ist es notwendig, dass wir bestimmte Grundnahrungsmittel, wie Reis oder Mehl, dazu kaufen. Ein Sack Reis kostet beispielsweise umgerechnet 30 Euro und er muss gekauft werden, um alle Mitbewohnerinnen satt zu bekommen. Unsere Lebensmittelausgaben für Kinder und Mitarbeiter belaufen sich monatlich auf ca. 400 €, und das Geld haben wir nicht.

Neben dem Ackerbau gehören auch noch einige Tiere zu unserer Farm: Schafe, Hunde und Hühner. Durch finanzielle Unterstützung von einem Freund konnten wir im Dezember einen Hühnerstahl anschaffen. Da die meisten unserer Hühner derzeit keine Eier legen, wollen wir gerne neue zur Eigenversorgung anschaffen. Ich hoffe, dass wir bald auch ein paar Kühe auf unserem Grundstück haben können. Da wir im Moment genug Futter für die Kühe haben. Auch soll das Gelände rund ums Center verschönert, Wege betoniert sowie Blumen und Bäume angepflanzt werden.

Sonstige Projekte


• Elektrizität
Da unser Zentrum noch nicht an die staatliche Stromversorgung angeschlossen ist, verwenden wir zu Zeit eine kleine Solarzelle für das Licht am Abend. Um elektrische Geräte wie den Fotoapparat oder ein Handy aufladen zu können, müssen die Leute in die Stadt fahren, um dort die Geräte für Geld aufzuladen. Im August letzten Jahres haben wir die Stromkabel in ganzen Geländen verlegt. Jetzt brauchen wir nur noch Strom. Daher streben wir für die Zukunft den Anschluss an die örtliche Stromversorgung an, was jedoch finanziell betrachtet wohl noch einige Zeit dauern wird. Dennoch zählen wir dieses Vorhaben zu unseren wichtigsten Spendenprojekten. Wir brauchen ca. €7000,- um staatlichen Stromanschluss zu bekommen.

• Bildung und Freizeit
Viele Eltern haben aufgrund ihrer schweren Kindheit keine richtige Schul- und Ausbildung genossen oder aber durch den Drogenkonsum viele Dinge verlernt und vergessen. Da Allgemeinbildung jedoch wichtig ist, um diese Menschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren, möchten wir gerne eine kleine Bücherei mit englischsprachiger Literatur einrichten, um die Eltern und Kinder auch in dieser Richtung zu unterstützen. Des Weiteren möchten wir diese Bücherei um eine kleine Spielsammlung ergänzen, um ein abwechslungsreicheres Freizeitangebot bieten zu können.

• Zu guter Letzt
Zu Beginn des Briefes hatten wir ja versprochen, dass es viele Neuigkeiten aus Kenia gibt und dennoch ist es erstaunlich, wie viele Seiten nun gefüllt wurden. Viele Dinge stimmen hoffnungsvoll, andere bereiten Sorgen, Probleme müssen gelöst und manche Vorhaben auch in eine ungewisse Zukunft verschoben werden. Da wir jedoch wissen, dass viele Menschen hinter unserer Arbeit stehen und wir dies auch durch Worte und Taten immer wieder erfahren haben, dürfen wir optimistisch sein. Und das allerwichtigste: Wir dürfen darauf vertrauen, dass wir einen guten Gott haben, der uns auf unserem Weg begleitet und unsere Arbeit segnet!

Vielen Dank für Ihr Interesse und das entgegengebrachte Vertrauen! Ohne Sie wäre die Arbeit mit den Kindern nicht möglich. Nur gemeinsam können wir viel bewegen!

Herzliche Grüße
Dr. James Karanja

1. Vorsitzender
Home Care International e.V.