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Jahresbericht 2011

Liebe Mitglieder, liebe Freunde von Home Care International e.V.

Das Jahr 2011 hat schon vor einer Weile begonnen, und unsere Arbeit in Kenia mit den Straßenkindern geht weiter voran mit viel Intensität und auch mit ein paar drastischen Veränderungen. Alle Neuigkeiten würden wir gerne mit unseren Freunden, Förderern und Sponsoren teilen. Wir möchten damit beginnen, ein großes Dankeschön an alle auszusprechen, die vertrauensvoll und mit ganzem Herzen unsere Arbeit unterstützen. Während der letzten Monate haben wir weiterhin viel finanzielle und materielle Hilfe bekommen. Dafür sind wir sehr dankbar und ermutigt mit unserer guten Leistung fortzufahren.
Im vergangenen Jahr haben wir neue Förderer für neue Kinder gewonnen, die von uns aufgenommen wurden. Außerdem haben wir seit den letzten zwei Monaten weitere Anfragen nach Unterstützung erhalten, doch leider waren wir bisher noch nicht in der Lage, diesen entgegen zu kommen. Wir hoffen aber, dass es uns in Zukunft möglich sein wird. Des Weiteren haben wir mehr Flyer an neue Kontakte, die wir geknüpft haben, ausgeteilt. Dies hat ebenfalls den Bereich, der uns Unterstützung entgegen bringt, erweitert. Wir sind sehr dankbar für diese neuen Kontakte und wir werden versuchen, weitere zu finden, die in der nächsten Zeit für uns von großem Nutzen sein können.

Mädchen und Upatanisho Center


Die Anzahl der Mädchen beim Upatanisho Girls Center in Nakuru ist wegen unvermeidlichen, notwendigen und wichtigen Bedingungen auf 13 gesunken. Zwei der älteren besuchen inzwischen ein Internat weit weg von Zuhause. Sie kommen nur während der Ferien zurück. Fünf andere Mädchen werden jetzt wieder bei sich zuhause umsorgt. Dies ist etwas, das wir uns immer gewünscht haben, dass Eltern oder Verwandte mehr Verantwortung bei der Sorge um das Kind zeigen. Das Interesse unter den Eltern, dies zu tun, nimmt täglich zu, da sie sich auch einer finanziellen sowie moralischen Unterstützung von Home Care International sicher sind. Es gibt allerdings auch Eltern, die von der Müllkippe in sehr viel bessere Gegenden mit besseren Lebensverhältnissen gezogen sind. Manche von ihnen haben sich entschieden, ihre Kinder mitzunehmen, sodass wir ihren Wünschen nachgeben mussten, und eingewilligt haben, ihre Kinder auch in der neuen Umgebung zu unterstützen.

Patenkinder


Die Anzahl der Kinder, die von Home Care International unterstützt werden, und bei ihren Vormündern leben, ist ebenfalls auf mittlerweile 14 gestiegen. Leider sind die meisten Vormünder allerdings alleinerziehende Mütter. Andererseits waren wir auch immer vorne mit dabei, alleinerziehenden Müttern vor allem dabei zu helfen, ihre Belastung eigenständig Kinder in solchen feindseligen Lebensbedingungen großzuziehen, zu erleichtern. Während der letzten Monate, hat unser Team in Kenia diese Kinder besucht, um herauszufinden, dass die benötigte Hilfe ankommt, und wie beabsichtigt zur Erfüllung von Bedürfnissen eingesetzt wird.
Wir hatten auch das Glück, dass Verena Himmelreich ein paar dieser Familien besuchen konnte, und ihren Berichten zur Folge, ist unsere Arbeit erfolgreich gemacht worden. Für die Zukunft planen wir, die Arbeit weiterhin zu überprüfen und zu beobachten, um herauszufinden, wie wir die Familie am besten darin unterstützen können, für die Kinder zu sorgen. Manche der Kinder müssen mentale, soziale und psychologische Herausforderungen bewältigen, aber wir freuen uns, zwei professionell ausgebildete Berater in unserem kenianischen Team zu haben. Diese Personen stellen eine zusätzliche Hilfe dar, und werden eng mit unserem Hauptvorsitzenden zusammenarbeiten, um zu diskutieren, welchen Weg man am besten wählt, um alle Kinder, die besondere Betreuung brauchen, zu erreichen. Eines der Kinder ist von mentalen als auch körperlichen Erschwernissen betroffen, sodass auch seine Eltern moralische, psychologische und spirituelle Unterstützung benötigen.
In unseren Unterlagen finden sich noch zwei weitere Anfragen auf Hilfe bezüglich mentaler und körperlicher Belastungen. Wir hoffen, dass wir so schnell wie möglich Unterstützung für sie finden können. Außerdem haben wir von bedürftigen Kindern, die auf Hilfe warten, weitere Anfragen für Sponsoren erhalten. Es liegt an uns Mitgliedern, nach mehr Sponsoren zu suchen.

Neue Projekte


Im letzten Jahr ist es uns gelungen, mehr Bananen- und sonstige Bäume beim Mädchen Center zu pflanzen. Dies hat das Zentrum in einen Ort verwandelt, der deutlich mehr Attraktion vorzuweisen hat. Des Weiteren haben wir ein Hühnerhaus gebaut. Ende letzten Jahres besaßen wir 20, doch unglücklicher Weise sind die meisten gestorben oder gestohlen worden, sodass Ende Mai 2011 nur noch zwei verblieben sind. Wir hoffen, dass dies in Zukunft vom Heimmanagement ernster gehandhabt wird, und mehr Maßnahmen zum Schutz der neuen Hühnerkollektion vor Erkrankungen und Dieben getroffen werden. Schließlich waren die Hühner von großem Nutzen für die Ernährung der Kinder. Die gelegten Eier wurden für den Eigenverbrauch verwendet, und halfen durch ihre Reichhaltigkeit an Proteinen, die Kinder vor mehr unnützen Krankheiten und Hautausschlägen zu schützen.
Der Bananenernte steht nichts mehr entgegen. 2010 gepflanzt und jetzt kann jeder Zeit geerntet werden


Projekt 2011: Neues Kinderheim wird gebaut

Letztes Jahr haben wir über die Umsetzbarkeit eines Bohrloches beim Mädchen Center diskutiert, um Wasserversorgungsprobleme zu lösen. Leider kam es nicht zur Umsetzung dessen, obwohl die nötigen Gelder dafür aufgebracht wurden. Aufgrund einiger Komplikationen mit unserer Partnerkirche in Nakuru (AIC Nakuru region), haben wir uns als Leiter von Home Care International darauf geeinigt, dass es das Beste wäre, in ein neues Projekt zu investieren. Nach einigem Nachdenken und Austausch von Ideen, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir die Mädchen am liebsten von der Müllkippe zu einem neuen, weiter entfernt gelegenen Ort bringen würden. Daraufhin stellte sich die Frage, wo dieser Ort sich befinden könnte, da wir kein Stück Land unser Eigentum nennen konnten. Folglich konnten wir auch mit keinem Bau starten. Wir schauten uns also eine Weile um, und fanden schließlich ein Grundstück für 3900 Euro, das wir sofort kauften.
Nach der Besitzübergabe, haben wir ohne zu zögern zu bauen begonnen. Momentan ist das Untergeschoss schon fast fertig. Manche der Räume sind soweit, dass der Bau des Daches bereits erfolgen kann. Den Hauptteil des Gebäudes betreffend, müssen wir jedoch auf mehr finanzielle Mittel warten, um mit der Konstruktion des Obergeschosses fortzufahren. Nach einiger Zeit und durch die Unterstützung eines unserer treusten Förderer, war es uns möglich, die Größe des Landes durch den Kauf des angrenzenden Grundstückes zu erweitern. Dies wird mehr Platz für die Errichtung eines Spielplatzes und eines Gartens mit Obst und Gemüse schaffen. Das neue Grundstück wurde durch eine Spende von 4000 Euro finanziert. Das Gebäude an sich ist allerdings aktuell das am meisten konsumierende Projekt. Es ist geplant, dass es nach seiner Vollendung Kapazität für 200 Kinder haben wird. Es soll einen separaten Flügel für Mädchen und einen für Jungs geben.
Für fließendes Wasser haben wir bereits gesorgt, und wir hoffen, dass wir auch eine Stromverbindung erstellen können, sobald die nötigen finanziellen Mittel zu Verfügung stehen. Der Betrag dafür umfasst etwa 450 Euro. Wir hoffen außerdem, dass Elektrizität den Ort nicht nur gut beleuchten wird, sondern auch dem Grundstück mehr Sicherheit verleiht.

Sonstige Projekte


- Lake Bogoria Community Support (Projects)
In Partnerschaft mit Lake Bogoria Spa Resort und der Hirsch Apotheke in Bad Homburg, war es Home Care International möglich, eine medizinische Einrichtung in dem Dorf Loboi, in der Nähe vom See Bogoria, wieder aufleben zu lassen. Die Krankensstation wurde mit Hilfe von Regierungsgeldern erbaut, aber leider kam es aufgrund von mangelnder medizinischer Versorgung zur Schließung der Station für ein paar Jahre bis Home Care International sich zusammen mit den eben genannten Partnern für die Rettung der Station einsetzte. Wir haben Pakte voll mit Medikamenten und medizinischer Ausrüstung von der Hirsch Apotheke in Bad Homburg erhalten, und uns wurde versprochen, dass dies auch in Zukunft mit regelmäßiger Beständigkeit erfolgen wird. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar, und wünschen uns, dass noch viele weitere Apotheken in Deutschland bereit sind, uns beizutreten, sodass medizinische Versorgung die Bedürftigen erreichen kann.
Beim Hospiz in Loboi arbeitet unser kenianisches Team Hand in Hand mit den Verantwortlichen der Station, um die Gesellschaft über Gesundheitsfragen aufzuklären, und gleichzeitig auch FGM zu bekämpfen.
- Bildung
Momentan befinden sich zwei unserer Jugendlichen in ihrer Ausbildung. Einer strebt den Beruf eines Schweißers an, und wir hoffen, dass er seine Ausbildung bald vollendet, und dann wahrscheinlich anschließend anfangen kann, für seinen Ausbilder zu arbeiten. Die andere hat ihre Schulausbildung letztes Jahr abgeschlossen, und da sie es nicht an eine Universität geschafft hat, möchte sie Friseurin werden. Wir werden sie dabei unterstützen, da zu uns weiterhin monatlich Geld für sie gesendet wird. Jedoch benötigen wir leider zusätzlich noch 20 Euro, um für ihre monatlichen Kosten aufzukommen. Zur Zeit bekommt sie 50 Euro, was nicht genügt.

Masai Mara Grundschule


Durch die Spende von Schulmaterialien unterstützen wir eine Grundschule mit 532 Kindern in Masai Mara. Der Großteil der Schüler besteht aus Mädchen, die vor früher Heirat und FGM gerettet wurden. Wir haben intensiv nach Partnerschulen in Deutschland gesucht, die uns dabei helfen können, die Bedürfnisse der Schule zu erfüllen. Bisher bekamen wir ein Versprechen eines Grundschuldirektors in Mainz, aber wir wissen noch nicht inwiefern die Schule sich schon zu einer Partnerschaft entschlossen hat, da wir weiterhin auf eine Antwort warten.Wir würden es sehr begrüßen, mit mehr an unserer Arbeit interessierten Schulen in Kontakt zu treten. James hat diese Idee dem Bürgermeister von Bad Endbach vorgestellt, und dieser ist bereit, das Thema mit seinem Kollegium zu besprechen, und auch mit Schulen aus der Umgebung diesbezüglich zu reden. Lasst uns abwarten und man wird sehen.

Anstehende Termine


1. Darmstadt Podiumsdiskussion über Entwicklungsprojekte—Home Care International Datum noch nicht bekannt aber im September
2. 30.10.2011 Sonntagsgottesdienst Spendensammlung für HCInternational Haus Heliand Vater-Kind-Wochenende
3. 13.11.2011 Workshop über Home Care International EJW Hessen Haus Heliand
4. 28.02.2011 Jugend ohne Zukunft—Himmelpforte Stiftung in Ober Eschbach Bad Homburg mit Verena Himmelreich

Zusammenfassung


Es ist erstaunlich, wenn man zurück schaut und sieht, was wir in den letzten 12 Monaten alles erreicht haben. Ohne Gottes Hilfe und die Unterstützung vieler, hätten wir nicht geschafft, all dies zu erreichen. Wir danken Gott, dass er uns Kraft und Weisheit gibt, das zu tun, für das wir bestimmt sind und Entscheidungen zu treffen, die immer gebraucht werden. Wir danken auch dem Unterstützerteam von Home Care International in Kenia, ohne das wir nicht fähig wären, so viel zu erreichen. Genauso werden wir auch dem Unterstützerteam sowie allen Freunden und Förderern von Home Care International in Deutschland für immer dankbar sein. Ihr Geist des Zusammenhalts, der Gemeinschaft und des Sinns für eine Richtung hat nicht nur sehr geholfen, sondern auch erheblich und ausschlaggebend zu unserem Erfolg beigetragen. Ohne dies wären wir nicht so stolz auf das, womit wir so weit gekommen sind. Gott segne euch alle; Groß und Klein, und gebe euch die Kraft und den Mut mit Aufgaben, die noch vor euch liegen, fortzufahren.

Herzliche Grüße
Dr. James Karanja

1. Vorsitzender
Home Care International e.V.