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Jahresbericht 2012-2013

Einstieg:

Home Care International e.V. hat die Vision „Building a better World for Children“. Wie ein roter Faden zieht diese sich deshalb als übergeordnetes Ziel für das Wohlergehen und die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch unsere Arbeitsbereiche. Auch bei allen unterstützenden Tätigkeiten orientieren wir uns an dieser Vision und möchten im vorliegenden Bericht all unsere Sponsoren, Mitglieder und Freunde über die Geschehnisse im vergangenen Jahr informieren:

Neue Patenschaften:

In den Jahren 2012-2013 haben wir sehr viele neue Kinder in unser Programm aufgenommen, weil wir viele neue Patinnen und Paten gewonnen haben. Alle Kinder, die die Patenschaft im Jahr 2011 verloren hatten, haben nun alle wieder neue Patinnen und Paten. Dazu sind 7 neue Patenschaften angefangen worden für Kinder, die auf unserer Warteliste standen. Zur Zeit sind noch ca. 8 Kinder auf der Warteliste.

Patenkinder bei den Pflegeeltern:

Die Patenkinder, die bei den Pflegeeltern in Kenia wohnen, haben die Möglichkeit Besuch aus Deutschland zu bekommen. In der letzten Zeit sind alle Pflegekinder besucht worden - nicht nur bei ihnen zuhause, sondern auch in der Schule. Das Home Care Team hatte dadurch die Möglichkeit sich auch über die Entwicklungsprozesse der Kinder in der Schule zu informieren und mit den Schulbehörden zu reden.

Familie Kevin und Eunice:

Das Home Care International Team erlebt viele Einzelschicksale und sorgt dafür, dass die große Masse der Kinder, denen es schlecht geht, Gesichter bekommt. Fast immer sind es Kinder, die täglich mit dem Tod konfrontiert sind. Kinder verhungern oder sterben, weil einfachste medizinische Betreuung nicht vorhanden ist. In dem schwierigen Umfeld der Kinder, in dem sich auch Mörder und Diebe herumtreiben, ist das Home Care International Team zu sehen. Das Team lebt dort zunächst, um die Sprache der armen Kinder zu lernen und ihnen dadurch besser helfen zu können. Als Slum-social-workers arbeitet das Team unter ihnen und leidet darunter, dass Ihre praktische Hilfe nur ein kleiner Tropfen auf einem gewaltig heißen Stein ist.
Vor einiger Zeit traf sich das Team mit Kevin und Eunice, die in den Slums von Rongai leben. Sie lassen das Home Care International Team an den innenpolitischen Problemen des Slums teilhaben und sie beschreiben ihren Traum: "Kinder, arm oder reich, brauchen Bildung und ein Zuhause." Dieser wunderschöne Satz drückt alles aus, was das Denken und Handeln des HCI-Teams in Kenia ausmacht. Dieser geduldige Satz, so oft er auch gedruckt zu finden ist, bleibt für Kevin und Eunice kein Traum mehr. Home Care International Spender und Patinnen haben uns gezeigt, wie man aus diesem Traum ein Stückchen Wirklichkeit werden lassen kann. Wir haben ein Stück Land für Kevins Familie gekauft und ein Haus für die 11-köpfige Familie in Zusammenarbeit mit der Diguna-Mission gebaut. Kevin und Eunice freuen sich sehr zur Schule zu gehen und nicht mehr in den Slums zu wohnen.

Upatanisho Center:

Seit April 2013 ist das Upatanisho Center unter der Führung der Afrika Inland Kirche Nakuru. Da die Home-Care-Mädchen in das neue Heim gezogen sind, brauchen wir das Rehabilitationszentrum nicht mehr. Oft war das Problem, dass viele Mädchen sich in der Nacht versteckt hatten, um zurück zu der Müllkippe zugehen. Auf der Müllkippe haben sie keine Verpflichtungen, es gibt auch viel Freizeit und viel Freiraum, um sich zu bewegen, was in dem Zentrum etwas begrenzt war. Jedoch sind sie auf der Mülldeponie Gewalt und Drogen schutzlos ausgesetzt. Um das Problem zu minimieren, wenn nicht zu vermeiden, haben wir alle Upatanisho Mädchen zu dem neuen Kinderzentrum gebracht. Das Kinderzentrum ist etwa 12 km entfernt von Nakuru und ca. 20 km weg von der Mülldeponie. Diese Entscheidung führt dazu, dass wir die Kinder von den Gefahren der Mülldeponie fern halten können und sie nicht in Gefahr laufen, mit Drogen und Gewalt in Berührung zu kommen.

Jeneva Vorschule:

Durch den Vorschulbesuch der Kinder können auch die Mütter am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen. Dies fördert ihre Eigenständigkeit und trägt zur Überwindung sozialer und kultureller Benachteiligungen bei. Die meist privaten Vorschulen Kenias bieten oft nur Privilegierten Zugang zu Bildung. Für die Kinder in der Lower Kijabe Area trägt unser Verein die anfallenden Kosten für die monatlichen Gehälter der Angestellten, die Instandhaltung der Gebäude, das tägliche Schulessen und das Lernmaterial. Ob ideell, finanziell, mit Sachmitteln oder ehrenamtlicher Unterstützung – jede Hilfe ist uns willkommen und wichtig – gemeinsam können wir so vieles bewegen!

Neues Kinderzentrum / 16 Kinder sind eingezogen:

Dieses Jahr begann für Home Care International mit einer wichtigen Veränderung: Am 1. März 2013 nahm Home Care International die Arbeit in den neuen Räumlichkeiten in Nakuru auf. Die mit dem Umzug verbundenen Ziele sind:
Eine verbesserte Umgebung für die Kinder, die Verbesserung der Arbeit von Home Care International, die Verbesserung der pädagogischen Arbeit, ein permanentes Zuhause für die Kinder und die Arbeit von Home Care International in Nakuru und ein Wohnort für die internationalen Gäste.
Am 15. April 2013 fand die inoffizielle Einweihung des neuen Gebäudes statt. Der offizielle Teil kommt noch. Dazu werden wir viele Leute - auch die Spender, Sponsoren, Paten und Patinnen einladen. An den inoffiziellen Teil schloss sich ein Tag der offenen Tür mit mehreren Gästen an. Bereits in den ersten Monaten ist es gelungen, weitere größere Veranstaltungen im neuen Gebäude anzubieten (etwa ein Elternnachmittag und ein Pflegeelterntreffen) und so das Haus wie geplant für Unterstützer aus Kenia und die Öffentlichkeit zu öffnen. Seit April 2013 wohnen 16 Mädchen in dem neuen Zentrum glücklich und mit sehr viel Dankbarkeit.


Neue Heimeltern / John und Veronica Kimani

Seit dem 15. April 2013 ist Familie John Kimani in das neue Home Care International Zentrum als Heimleitung eingezogen. Zusammen mit seiner Frau Veronica freut sich Pastor John Kimani die Elternrolle für die Heimkinder zu übernehmen. Familie Kimani ist Tag und Nacht für die Kinder da. Die Kinder fühlen sich mit der Familie sehr wohl und sicher und gegenseitiges Vertrauen wurde aufgebaut. Für Familie Kimani besteht nun die besondere Herausforderung darin, das Heim und die Bauarbeiten gleichzeitig zu verwalten und zu begleiten. Unterstützung bekommen die beiden von „Mama Kamau“, die für die Kinder kocht und auch in vielen anderen Bereichen mit anpackt.

HelferInnen aus Deutschland/Praktikantinnen

HelferInnen aus Kenia und Deutschland sind immer herzlich willkommen im Home Care International Zentrum in Nakuru. Sei es nur ein Besuch oder ein längerer Aufenthalt, um an dem Leben der Kinder teilzuhaben. Die Kinder sind immer begeistert mit ihnen zu spielen und ihnen ihre Schulen zu zeigen, mit ihnen auf den Markt zu gehen und ihnen beizubringen, wie man ein Huhn schlachtet. Wir als Home Care International e.V. haben in der letzten Zeit sehr viele Besuche im Zentrum begrüßt. Wir sind dankbar für die persönlichen Eindrücke und brandaktuellen Nachrichten, die wir von den deutschen BesucherInnen in dem letzten Jahr bekommen haben. In den Jahren 2012 und 2013 konnten wir 48 Leute nach Kenia schicken, die uns bei unserem Engagement in Nakuru unterstützt haben. Einige waren nur für ein paar Tage dort, oder für zwei Wochen, aber manche sind auch für mehrere Monate dort geblieben. Wir sind dankbar für die Zeit, das Geld und die Kraft, die von diesen Menschen investiert wurde, um sich bei der Arbeit in Kenia zu engagieren. Wir haben ihnen weder Reise noch Aufenthalt finanziert. Viele haben auch ihr Sozial- oder Schulpraktikum bei uns absolviert. Es ist eine tolle Sache, dass wir als Partner für Praktika im Rahmen eines Studiums zur Verfügung stehen.

Stipendiaten Uni-Frankfurt

Studenten der Goethe Universität Frankfurt am Main haben auf „Donare.de“ eine Spendenaufruf für die Home Care International Arbeit mit Kindern in Kenia begonnen. Für mehr als sechs Monate zwischen 2012 und 2013 ist die Spendenaktion für Home Care International e.V. gelaufen. Über den Mailverteiler der Studienstiftung, der über 10.000 Stipendiaten erreicht, haben sehr viele Menschen von unserer Arbeit erfahren. Momentan sind sie am Planen für einen Abend zum Thema „Kenia: Lust und Nachhaltigkeit“ mit anschließender Diskussionsrunde. Der Termin steht noch nicht fest, aber sobald er feststeht, werden wir ihn weiterleiten und zu der Veranstaltung einladen.
Die Stipendiaten haben auch eine Stiftung für Home Care International e.V. gegründet (Home Care International Stiftung). Durch die Stiftung ist auf lange Sicht eine dauerhafte verlässliche finanzielle Unterstützung von HCI und ihr Sozialengagement im Bereich Gesundheit und Ernährung in Kenia möglich. So kann langfristige Entwicklungs- und Hilfsarbeit vor Ort in Kenia gewährleistet werden.
Um den Stiftungstopf bei Klimaschutz+ für HCI ertragreich zu gestalten, müssen hierfür weitere Spenden eingeworben werden. Im Moment arbeiten die Stipendiaten in Frankfurt deshalb heftig an der Öffentlichkeitsarbeit, sowie an einem neuen Konzept, um die Hilfe für HCI-Kenia durch die Stiftung und Spendenaktionen zu verbessern und zu stärken.

EJW Spendenaktion 2013

Im Jahr 2013 wurde eine Spendenaktion vom Evangelischen Jugendwerk Hessen durchgeführt. Auf Freizeiten wurden Dinge gebastelt, anschließend verkauft und der Erlös kam HCI zugute. Wir danken all den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ganz herzlich und freuen uns über 6.370€! Die Spende ist für uns ein Zeichen der Solidarität mit den Kindern in Kenia. Sie trägt zu unserem Neubau bei, und hilft, das Dach fertigzustellen, für das wir momentan Materialen besorgen. Das Geld kommt dort an, wo die Kinder und Jugendlichen es wünschen und wo die Spende am nötigsten gebraucht wird.

Erfolgsgeschichte

Die 24-jährige Peris Njeri besuchte das Jugendlager in Nairobi, das unser Partnerverein, die Diguna-Mission, durchführt. Sie sagte uns damals, dass nicht mehr zu Schule gehen konnte, weil ihre Mutter kein Geld mehr hatte. Wir haben angefangen sie zu unterstützen. Nach dem Abitur vermittelte Home Care ihr eine Ausbildung als Friseurin und danach einen Job. Für ein paar Monate hatte Peris sich selbstständig gemacht. Nach einiger Zeit hatte sie eine Stelle in Saudi Arabien übernommen. Sie ist heute selbstbewusst, hat eine Wohnung, versorgt sich selbst und unterstützt sie ihre Familie in Kenia, die heute nicht mehr zu den Slums wohnt. Nun lebt ihre Familie auf dem Land, in einer Wohnung, die Peris organisiert hat. Sie sagt: „Ich habe ein neues Leben begonnen und bin den Menschen sehr dankbar, die mich in dieser schwierigen Zeit unterstützt haben.“

Danke!

Wir möchten all unseren Patinnen und Paten, Spendern, dem EJW Hessen, Kirchengemeinden, öffentlichen Gebern und Unternehmen für das Vertrauen in unsere Arbeit danken. Lassen Sie uns auch 2014 zusammen daran arbeiten, dass die Vision „Building a better World for the Children“ Wirklichkeit wird! Danke an den Home Care International Vorstand, die Fördermitglieder und das HCI Keniateam für Ihr Engagement. Ihr habt so viel Zeit und Kraft für Home Care International investiert!
Wir bedanken uns ganz herzlich bei euch allen! Ihr habt euch für unseren Verein und unsere Arbeit interessiert und uns in vielfältigster Art und Weise unterstützt.

Herzliche Grüße
Dr. James Karanja

1. Vorsitzender
Home Care International e.V.