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Krankenstation Loboi

Die Krankenstation in Loboi

Seit 1976 gibt es in Loboi eine kleine Krankenstation. Loboi liegt direkt am wunderschönen Lake Bogoria, der jährlich tausende von Touristen aus aller Welt anzieht.

Die Krankenstation besteht aus einem Haupthaus mit drei verschiedenen Räumen und aus einem Kreissaal, der leider noch unfertig ist. Es müssten mindestens zwei Ärzte, Hebammen oder Krankenschwestern mehr angestellt werden, um den Kreissaal zu benutzen. Außerdem fehlen die notwendigen Gerätschaften.

Momentan arbeiten drei Angestellte in der Krankenstation. Gladys ist eine Krankenschwester. Eine andere Gladys ist eine Pharmazeutin und ein „Community Health Extension Worker“, also eine Krankenschwester, die in Dörfern vor Ort Impfungen tätigt etc.
Solomon ist ein Amtsarzt.

Die Regierung bzw. das Gesundheitsministerium Kenias versorgt die Krankenstation mit Medikamenten. Früher gab es das sogenannte „Push“-System, d.h. Medikamente wurden regelmäßig gesendet, ohne vorher zu fragen, was genau gebraucht wird. Leider war es dann oft so, dass gesendete Medikamente in der Krankenstation nicht gebraucht wurden. Außerdem waren die Medikamente oft fast abgelaufen.
Deshalb gibt es nun das „Pull“-System, d.h. die Krankenstation bestellt Medikamente; die Arbeiter machen genau Angaben, was und wie viel sie brauchen. Leider klappt dieses System noch nicht reibungslos, d.h. oft müssen dir drei und somit die Dorfbewohner lange auf die bestellten Medikamente warten.
Die Medikamente, die am häufigsten ausgegeben werden sind Paracetamol, Malaria-Pillen, Multivitamine, Salze gegen Dehydration z.B. bei Durchfall, Hustensaft, Cremes für offene Wunden, Antibabypille etc.

Ich habe einen ganzen Tag lang in der Krankenstation mitgearbeitet.
Es war ein Montag, sodass es sehr voll war (die Krankenstation hat nur unter der Woche auf). Draußen mussten viele, viele Mütter mit ihren Kindern und einige ältere Herrschaften warten. Wenn sie dann in den ersten Raum kommen, erklären sie Solomon, was sie für Symptome haben. Alles wird in einem Patientenbuch aufgeschrieben, in dem steht, wann wer was hatte und welcher Medikamente ausgegeben wurden. Solomon weiß dann immer direkt, was die Patienten haben. Meist haben Kinder Malaria oder eine gewöhnliche Erkältung.
Manche kommen auch, um geimpft zu werden.
Danach werden die Patienten zur Medikamentenausgabe geschickt, in der große Dosen mit hunderten von Tabletten stehen. Hier bekommen sie genau abgezählte, einzelne Pillen in kleinen braunen Umschlägen. Gladys erklärt, wann und wie oft welche Medikamente genommen werden müssen.
Dann gehen dir Patienten mit Genesungswünschen wieder nach Hause.
Es ist sehr beeindruckend, wie vielen Leuten die drei täglich helfen – oft mit der Ausgabe von einfachen Schmerzmitteln, die bei uns jeder zuhause hat!

Wie so immer gibt es in Loboi aber noch zahlreiche Herausforderungen. Zum einen gibt es zu wenige Angestellte: wie schon erwähnt gibt es noch niemanden, der im Kreissaal arbeiten könnte. Desweiteren gibt es auf dem Gelände der Krankenstation nur 2 kleine Wohnungen für Angestellte, d.h. eine der drei muss außerhalb wohnen. Außerdem ist die Versorgung mit Medikamenten schwierig, genauso wie auch Geräte und Werkzeuge fehlen. Auch die Versorgung mit Wasser ist ein kontinuierliches Problem.

Zum Glück unterstützt das zehn Minuten entfernte, wunderschöne Spa Resort Hotel (Homepage des Hotels) die Krankenstation regelmäßig. Vor einiger Zeit haben sie ausrangierte Betten und Matratzen gespendet. Desweiteren probieren sie, die Station mit Handwerkern, die konkrete Arbeit erledigen können, zu unterstützen.
Hoffnungen und Träume der drei Arbeiter sind Weiterbildung und Weiterentwicklung der Station, sodass diese noch besser und schneller läuft. Momentan ist die Krankenstation laut dem Gesundheitsministerium auf Level 2 – eigentlich nämlich „nur“ eine Apotheke. Die drei Ärzte hoffen, dass sie eines Tages aufsteigen können und die Krankenstation zu Level 3 machen können – eine Station zur medizinischen Grundversorgung mit mehr Möglichkeiten, sodass die schwerwiegenderen Fälle nicht in die nächstgrößere Stadt Merigat geschickt werden müssen.

Es wird auf jeden Fall schon sehr gute Arbeit geleistet, aber wie Sie merken muss noch viel, sehr viel getan werden!